Wenn wir über „Ruhe“ sprechen, denken viele an Entspannung, Liegen, Nichtstun. Doch Ruhe ist kein Dauerzustand und kein Gegenpol zu Lebendigkeit. Sie ist die Fähigkeit, in Bewegung das Gleichgewicht zu halten.

💛 Nicht falsch verstehen
Ruhe finden bedeutet nicht, dass Hunde immer entspannt, still oder gelassen sein müssen.
Ein Hund darf rennen, toben, bellen, springen, sich freuen, ausprobieren, sich reiben am Leben – all das gehört dazu.
Gerade Welpen und junge Hunde müssen ihre Welt entdecken, ihre Grenzen spüren, ihren Körper erleben und Emotionen ausdrücken dürfen. Diese Energie ist kein Problem, sie ist ein Teil gesunder Entwicklung. Wer ständig nur „runterreguliert“, nimmt dem Hund einen wichtigen Teil seines natürlichen Ausdrucks. Ruhe bedeutet nicht, dass all das falsch ist – sondern dass wir lernen, wann genug ist und wie man zurück in Balance findet.
Der Dampfkessel braucht ein Ventil
Manchmal staut sich Energie an – durch Reize, Erlebnisse, Frust, Aufregung oder Freude. Wie bei einem kleinen Dampfkessel, der regelmäßig Druck ablassen muss, um stabil zu bleiben. Wenn diese Energie nicht raus darf,
sucht sie sich Wege – durch Aufdrehen, Bellen, Zerren, Springen, Unruhe.
Das Ziel ist also nicht, diesen Druck zu unterdrücken, sondern ihn bewusst zu begleiten: ihn zuzulassen, zu verstehen und wieder in Balance zu bringen. Gefühle dürfen Raum haben. Sie dürfen da sein, und sie dürfen auch wieder gehen.
Die Kunst der Balance
Ruhe und Aktivität sind keine Gegensätze – sie sind zwei Seiten derselben Münze. Ein Körper, der toben darf, kann sich danach auch besser entspannen. Ein Hund, der sich sicher fühlt, traut sich, loszulassen und zu ruhen. Ein Mensch, der Bewegung zulässt, muss Ruhe nicht erzwingen. Diese Balance entsteht, wenn wir beide Seiten gleichwertig anerkennen. Wenn wir Bewegung nicht fürchten und Ruhe nicht idealisieren.
Balance bedeutet Bewusstsein
Es geht nicht um Gleichförmigkeit, sondern um innere Ausgeglichenheit. Darum, die Zeichen zu lesen: Wann kippt Energie in Überforderung? Wann braucht der Hund Unterstützung beim Runterkommen? Wann darf er einfach wild sein – und wann braucht es unsere Führung, um wieder in die Mitte zu finden? Das ist Beziehungsarbeit – achtsam, liebevoll, präsent.
Fazit
Ruhe ist kein Stillstand
Ruhe ist keine starre Entspannung. Sie ist lebendige Balance. Sie entsteht, wenn Aktivität und Rückzug sich abwechseln dürfen, wenn Energie Raum bekommt und Sicherheit Rahmen gibt. Ruhe bedeutet nicht, das Leben anzuhalten, sondern es bewusst zu gestalten – mit Phasen der Bewegung, des Fühlens, des Atmens, des Seins. Und genau das ist das Ziel: nicht ständige Ruhe, sondern ein verlässlicher Rhythmus zwischen Spannung und Entspannung, der Hund und Mensch trägt. 🌿
Lies mehr in meiner Blogreihe:
Ruhe leben – und warum sie unser Miteinander verändert
Wenn Ruhe schwerfällt – über Erregung, Ungeduld und kleine Rückschritte
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